Die Vorbereitung: Interphase und ihre Kontrollpunkte
Den weitaus größten Teil eines Zyklus verbringt eine Zelle nicht mit der sichtbaren Teilung, sondern mit deren Vorbereitung. Diese Zeitspanne heißt Interphase und wird in drei Abschnitte gegliedert.
In der G1-Phase stellt die Zelle Bestandteile bereit, die sie später doppelt braucht, und wertet Signale aus ihrer Umgebung aus. In der S-Phase wird das Erbgut einmal vollständig kopiert. In der G2-Phase kontrolliert die Zelle diese Kopie und bereitet den Apparat vor, der die Chromosomen später auseinanderzieht.
Cycline und ihre Kinasen als Taktgeber
Zwischen den Abschnitten liegen Kontrollpunkte. An ihnen entscheiden Komplexe aus Cyclinen und cyclinabhängigen Kinasen, ob es weitergeht. Die Kinasen sind dauerhaft vorhanden, werden aber erst aktiv, wenn sich das passende Cyclin anlagert. Da jedes Cyclin nur in einem bestimmten Zeitfenster gebildet und danach wieder abgebaut wird, ergibt sich eine geordnete Abfolge.
| Abschnitt | Geschehen in der Zelle | Ungefähre Dauer |
|---|---|---|
| G1-Phase | Bereitstellen von Bestandteilen, Auswerten äußerer Signale | ca. 11 Stunden |
| S-Phase | Kopieren des gesamten Erbguts | ca. 8 Stunden |
| G2-Phase | Kontrolle der Kopie, Vorbereitung der Trennung | ca. 4 Stunden |
| M-Phase | Mitose und anschließende Zytokinese | ca. 1 Stunde |
Die sichtbare Teilung unter dem Mikroskop
Die eigentliche Mitose dauert verglichen mit der Interphase nur kurz. Lichtmikroskopisch lässt sie sich dennoch gut verfolgen, weil sich die Chromosomen verdichten und dadurch als einzelne Strukturen erkennbar werden.
- Prophase: Die Chromosomen verdichten sich, außerhalb des Kerns beginnt sich der Spindelapparat aus Mikrotubuli zu formen.
- Prometaphase: Die Kernhülle zerfällt, und Spindelfasern heften sich an die Chromosomen an.
- Metaphase: Alle Chromosomen reihen sich in einer Ebene zwischen den beiden Spindelpolen auf.
- Anaphase: Die Schwesterchromatiden lösen sich voneinander und wandern zu den gegenüberliegenden Polen.
- Telophase und Zytokinese: Um beide Chromosomensätze bildet sich eine neue Kernhülle, anschließend schnürt ein Ring aus Proteinfasern die Zelle in zwei Tochterzellen ab.
Nicht jede Tochterzelle behält dieselben Eigenschaften wie ihre Ausgangszelle. Manche legen sich nach der Teilung auf eine bestimmte Aufgabe fest. In der Biologie heißt dieser Vorgang Differenzierung oder Spezialisierung.
Zink in der Proteinarchitektur
Gebundene Ionen als Klammer der Proteinform
Zink kommt in der Zelle kaum frei vor. Der überwiegende Teil ist an Proteine gebunden, bei manchen Enzymen direkt im aktiven Zentrum, bei anderen Proteinen in Abschnitten, die ohne das Ion ihre Faltung verlieren würden. Unter den Proteinen, die am Ablauf einer Teilung mitwirken, finden sich mehrere solcher zinkhaltigen Vertreter.
Beobachtungen zum freien Zink im Zeitverlauf
Mit fluoreszierenden Sensoren lässt sich in lebenden Zellkulturen verfolgen, wie viel ungebundenes Zink gerade vorliegt. Solche Messungen deuten darauf hin, dass sich dieser Anteil kurz nach Abschluss einer Mitose vorübergehend ändert. Die Befunde stammen aus dem Labor; eine Empfehlung für die Ernährung lässt sich daraus nicht ableiten.
Zink hat eine Funktion bei der Zellteilung.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Wie viel Zink Lebensmittel mitbringen
Auf Lebensmitteletiketten in der EU werden Zinkangaben auf einen Referenzwert von 10 mg pro Tag bezogen (Anhang XIII der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011). Pflanzliche Lebensmittel enthalten häufig Phytat, das die Aufnahme von Zink im Darm mindern kann.
| Lebensmittel, je 100 g | Zink in mg, gerundet |
|---|---|
| Kürbiskerne | 7 |
| Emmentaler | 4 |
| Haferflocken | 4 |
| Linsen, getrocknet | 3 |
Calcium-Ausschläge und die Festlegung einer Zelle
Kurze Signale während der Mitose
Zellen halten die Konzentration an freiem Calcium im Zellplasma sehr niedrig und pumpen überschüssige Ionen laufend in Speicher oder nach außen. Gerade deshalb fällt ein kurzer Anstieg auf und kann als Signal dienen. In Zellkulturen wurden solche Anstiege an mehreren Übergängen der Mitose registriert, zum Beispiel beim Zerfall der Kernhülle und beim Übergang in die Anaphase.
Signalmuster auf dem Weg zur Spezialisierung
Bei der Festlegung einer Zelle kommt es weniger auf einen einzelnen Anstieg an als auf das Muster: wie oft das Calcium ansteigt, wie lange es erhöht bleibt und in welchem Bereich der Zelle. Proteine wie Calmodulin binden die Ionen und geben die Information an Enzyme weiter, die wiederum Faktoren im Zellkern ansteuern.
Calcium hat eine Funktion bei der Zellteilung und -spezialisierung.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Wo Calcium in der Kost steckt
Für Calcium nennt Anhang XIII der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 einen Referenzwert von 800 mg pro Tag. Bei Mineralwasser lohnt ein Blick auf das Etikett, weil der Gehalt je nach Quelle stark schwankt.
| Lebensmittel, je 100 g | Calcium in mg, gerundet |
|---|---|
| Parmesan | 1180 |
| Mandeln | 250 |
| Grünkohl | 200 |
| Naturjoghurt | 120 |
Der Verordnungstext zu Zink und zu Calcium
Zink hat eine Funktion bei der Zellteilung. Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Calcium hat eine Funktion bei der Zellteilung und -spezialisierung. Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Die Angaben beschreiben jeweils eine Funktion im Körper. Ob zusätzliche Mengen etwas verändern, sagen sie nicht aus.
Nachgehakt: Fragen aus der Leserschaft
Steht im Zink-Wortlaut etwas über Dosis oder Tempo?
Davon ist im Wortlaut keine Rede. Die zugelassene Angabe nennt eine Funktion, keine Dosis und kein Tempo. Wie schnell sich Zellen teilen, hängt von ihren eigenen Kontrollpunkten und vom jeweiligen Gewebe ab.
Warum erwähnt nur die Calcium-Angabe die Spezialisierung?
Die Wortlaute gehen auf getrennte Bewertungen der EFSA zurück. Bei Calcium wurde die Spezialisierung von Zellen mitbewertet und in den Text aufgenommen, bei Zink nicht. Deshalb spricht dieses Themenblatt nur im Calcium-Teil von Spezialisierung.
Woher stammen die Zahlen in den Tabellen?
Die Lebensmittelwerte sind gerundete Durchschnittswerte aus öffentlich zugänglichen Nährstofftabellen; Sorte, Anbau und Zubereitung führen zu Abweichungen. Die Referenzwerte stammen aus Anhang XIII der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, die Phasendauern aus Lehrbüchern der Zellbiologie.
Gibt das Themenblatt persönliche Empfehlungen?
Nein. Es vermittelt Hintergrundwissen und gibt keine individuellen Empfehlungen. Fragen zur eigenen Versorgung gehören in ein Gespräch mit ärztlichem oder pharmazeutischem Fachpersonal.